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So macht dich dein Gehirn einzigartig

vor 4 Jahren

Das Besondere an einem Fingerabdruck ist die Einzigartigkeit. Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass auch das Gehirn jedes einzelnen Menschen individuell ist. Der Fingerabdruck des Gehirns ergibt sich aus den einzigartigen Aktivitätsmustern, die von Mensch zu Mensch unterschiedlich sind. Besonders für die Psychotherapie ist dieses Wissen von Vorteil.

Neurowissenschaftler der Yale Universität führten eine Studie anhand von MRT-Ergebnissen von 126 Personen durch. Diese Daten erhielten sie von einem Projekt aus den USA: Das „Human Connectome Project“. Dabei wurde das Gehirn sowohl im Ruhestand als auch bei verschiedenen Aufgaben, die mit Sprache, Motorik und Gedächtnis in Verbindung standen, gescannt. Die Befunde haben sie jetzt im Fachjournal Nature Neuroscience veröffentlicht.

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Neuronen via pixabay//geralt, CC0

Neuronen, Hirnzellen
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Dieser Gehirn-Scan hat gezeigt, dass die Aktivitätsmuster von jedem Menschen individuell funktionieren. Andere Hirnstudien haben zuvor die Aktivitätsmuster verallgemeinert, da es generell Ähnlichkeiten gibt. Jetzt wird gezeigt, dass eine einzelne Person aus einer Gruppe identifiziert werden kann. Und das anhand der Verbindungsmatrix. An 268 Knotenpunkten und rund 36.000 Verbindungen wurde die Aktivität des Gehirns untersucht. Die entstandenen Profile sind stabil, sodass man diesen Scan am nächsten Tag durchführen und das einzelne Individuum wieder erkannt werden könnte.

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Die Neurowissenschaftler erklären, dass diese zum Großhirn dazugehörigen Areale in der Evolution des Menschen spät entstanden sind. Dadurch sind diese individuellen Unterschiede möglich. Die Aktivitätsmuster des Gehirns haben außerdem eine Auswirkung auf Persönlichkeitscharakteristiken. Besonders für den klinischen Alltag ist diese Erkenntnis dankbar. Durch das gegebene Profil der Hirnvernetzung, können Therapien für psychiatrische und neurologische Erkrankungen individuell ausgelegt werden.

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Das Ergebnis der Studie hat auf alle Fälle Potential. Nun muss belegt werden, dass die Aktivitätsmuster des einzelnen nicht nur an zwei aufeinanderfolgenden Tagen übereinstimmen, sondern auch langfristig über Jahre hinweg.

Evolutionstechnisch hat sich das Gehirn im Laufe der Jahrmillionen um das Dreifache vergrößert. Doch was wäre, wenn es weiterwachsen würde? Ist das überhaupt möglich?

 

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